Workshop "Das große Lied von Leben und Tod" 2015

Am 1. Februar 2015 erstrahlten wahrlich die Klänge des Lichts aus dem Achteckhaus in Sondershausen. Zum diesjährigen Workshop von Thuringia Cantat in Sondershausen unter Leitung unseres Chorleiters Prof. Andrè Schmidt trafen sich ca. 170 Sängerinnen und Sänger, davon ...

... 25 Chormitglieder aus dem Kromsdorfer Volkschor. Im Mittelpunkt steht dieses Mal der 70. Jahrestags des Ende des 2. Weltkrieges. Beginnend mit Beethoven begrüßten wir die Gäste mit "Klänge des Lichtes". Danach machten wir eine musikalische Reise durch die Geschichte Deutschland.

 

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Was haben echte Thüringer Spezialitäten wie Bratwurst, Schierker Feuerstein, Nudossi, Knusperflocken, hausgemachte Leberwurst usw. mit unserem Workshop zu tun? Seht selbst:

 

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Martina hat sich riesig gefreut und für die nächsten Woche mit Sicherheit keinen leeren Kühlschrank.

Aber kommen wir zurück zu unserem aktuellen Thema des Workshops: Die Ereignisse vom 7. Januar in Paris haben uns allen gezeigt, dass der Frieden in Europa keine Selbstverständlichkeit ist. So fügten wir nach der gesanglichen Darbietung der Geschichte Deutschlands im zweiten Programmteil eine musikalische Reise durch die Musikkulturen der Welt an und zeigten damit, dass wir alle auch nur ein Teil einer großen Weltmusik sind. 

 

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Programm des Workshops „Klänge des Lichts" in Sondershausen am 1/2. Januar 2015:

1. Klänge des Lichts - Ludwig van Beethoven 1812
2. Litanei - Franz Schubert 1816
3. Schwarz-rot-gold - Robert Schumann 1848
4. Irgendwo auf der Welt - Werner Richard Heymann 1932
5. Wie liegt die Stadt so wüst - Rudolf Mauersberger 1945
6. Dumi moi - Traditional, Jewgeni Kosak
7. Fairest Lord Jesus - Derek Hakes
8. Go down, Moses - Traditional, Roger Emerson
9. Sing of the Lord´s Goodness - USA, Ernest Sands, Satz John Carter
10. Will You Go, Lassie, Go? - Irland, Satz André Schmidt
11. Red Is The Rose - Irland, Satz Hanna Flock
12. Fatio Singalalalo - Senegal, Satz Hanna Flock
13. Jiriba - Westafrika, Satz Hanna Flock
14. Boirahmadi - Persien, Satz André Schmidt
15. Arirang - Korea, Satz Indra Tedjasukmana
16. Black Orpheus - Louiz Bonfá
17. Aquarela do Brasil - Brasilien, Satz Stefan Bauer
18. Nach dem Konzert - Gruppe Wir, Satz André Schmidt

 

Nach einem Lied der Comedian Harmonists (Irgendwo auf der Welt), bei dem von Hoffnung und Glück gesungen wurde, brachten wir mit Chorgesang die brachiale Gewalt und Sinnlosigkeit von Kriegen sowie den damit verbundenen Gefühlen zum Ausdruck. Rudolf Mauersberger trat nach den vier aufeinanderfolgenden Luftangriffen auf Dresden, genau am 13/14. Februar 1945, vor die Ruinen der Frauenkirche und verfasste mit dem Text aus den Klageliedern des Jeremias sein musikalisches Meisterwerk "Wie liegt die Stadt so wüst" an einem Tag. Nur wenige Laienchöre wagen sich an solch einen Chorsatz heran.

 


Aus den Klageliedern von Jeremias, Kapitel 1:

Wie liegt die Stadt so wüst, die voll Volks war! 

Die Straßen gen Zion liegen wüst; alle ihre Tore stehen öde.

Ihre Widersacher schweben empor, ihren Feinden geht's wohl; denn der HERR hat sie voll Jammers gemacht um ihrer großen Sünden willen, und ihre Kinder sind gefangen vor dem Feinde hin gezogen.

Ach HERR, siehe an mein Elend; denn der Feind prangt sehr! Der Feind hat seine Hand an alle ihre Kleinode gelegt.

Schauet doch und sehet, ob irgend ein Schmerz sei wie mein Schmerz, der mich getroffen hat; denn der HERR hat mich voll Jammers gemacht am Tage seines grimmigen Zorns.

Er hat ein Feuer aus der Höhe in meine Gebeine gesandt und es lassen walten. Er hat meinen Füßen ein Netz gestellt und mich zurückgeprellt; er hat mich zur Wüste gemacht, daß ich täglich trauern muß.

Meine Kinder sind dahin; denn der Feind hat die Oberhand gekriegt.

Zion streckt ihre Hände aus, und ist doch niemand, der sie tröste; denn der HERR hat rings um Jakob her seinen Feinden geboten.

Ach Herr, siehe doch, wie bange ist mir, daß mir's im Leibe davon weh tut! Mein Herz wallt mir in meinem Leibe. 


 

Thuringia Cantat, das ist eine langjährig bestehende Vereinigung von Laiensängern aus den verschiedensten Chören, mittlerweile aus ganz Deutschland, die ständig wächst und gedeiht. Ein solches Stück zu singen, war nicht einfach für uns Nicht-Profis. Die Proben verlangten alles von uns ab, denn die richtige Stimme benötigt nicht nur zwei funktionierende Stimmbänder, sondern auch die richtige Gefühlseinstellung, Körperhaltung und die notwendige Stimmtechnik.

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Zusammen mit unserm Vocal-Coach und Leiter der Registerproben Clemens Tiburtius, ein Jazz-Dozent an der Hochschule für Musik in Weimar, haben wir Töne aus uns herausgebracht, deren Herkunft wir bisher nicht kannten. An dieser Stelle nochmal einen großen Dank an alle beteiligten Registerdozenten für diese Erfahrung!

 

Nachdem wir 2014 mit „25 Jahre grenzenlos" die Weimarhalle begeistert haben, führt uns am 3. Juli 2015 ein weiteres politisches Ereignis mit einem Konzert ins Erfurter Theater. Mit unserem Projekt „Klänge des Lichts" werden wir den 70. Jahrestag der Beendigung des 2. Weltkrieges würdevoll begehen.  Seid gespannt auf das bevorstehende Konzert mit Thuringia Cantat.

... to be continued!

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